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Myanmar auf dem Weg vom Nischenmarkt zum Top-Standort

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Beinbrücke in Myanmar
Unterwegs auf der Beinbrücke in Myanmar. Der Weg zum Top-Standort in Wirtschaft und Tourismus ist noch weit und beschwerlich. Aber immer mehr Investoren entdecken das Land der Pagoden (Foto: Tai Pan)

Beinbrücke in Myanmar
Unterwegs auf der Beinbrücke in Myanmar. Der Weg zum Top-Standort in Wirtschaft und Tourismus ist noch weit und beschwerlich. Aber immer mehr Investoren entdecken das Land der Pagoden (Foto: Tai Pan)
Myanmar ist bereits jetzt ein echter Geheimtipp für Touristen und schickt sich an, in den nächsten Jahren weiter deutlich zu wachsen. Derzeit ist die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung des Landes in aller Munde – bei den Wachstumsprognosen überschlagen sich die Experten und Beratungsunternehmen. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass das Land politisch isoliert und ökonomisch so gut wie überhaupt nicht in Erscheinung getreten ist – und international sowohl von Investoren als auch von Touristen gemieden wurde.

Myanmars Tourismussektor hat im Jahr 2012 aber bereits rund eine Million Gäste angelockt und will diese Zahl weiter steigern. Bisher kommen immerhin ein Viertel aller Touristen aus Europa – am meisten Franzosen, Briten und Deutsche. Derzeit wird Myanmar zwar immer häufiger nachgefragt, doch es ist bisher noch ein touristischer Nischenmarkt.

Die Attraktivität des Landes mit seinem besonders reichen buddhistischen Erbe aber auch vielerorts weitgehend unberührter Natur und Traumstränden ist dabei unbestritten, doch es hapert vielfach noch an adäquater Infrastruktur und Kapazitäten für ausländische Besucher. Flüge von und in die Business-Metropole Yangon (das alte Rangun) sind schwierig zu bekommen und gehen bislang größtenteils via Bangkok/ Thailand.

Die Stadt Yangon (Rangun) weist einen Hotelmangel auf, der allerdings durch einen aktuellen Bauboom in der Hotelbranche sukzessive abgebaut wird. Der immer größer werdende Andrang von Business-Travellern bringt aktuell drastisch steigende Übernachtungspreise. Die Belegungsrate liegt vielerorts bei rund 90 Prozent. Vor allem fehlt es in Myanmar noch im für Geschäftsreisende interessanten Bereich der Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels an Häusern. Im ganzen Land beträgt die Hotelkapazität etwa 25.000 Zimmer, doch davon gelten lediglich 8.000 als geeignet für Touristen.

Myanmar: Pagode Uppatasanti
Myanmar: Pagode Uppatasanti in (Foto: Dave Diver/WIki Commons)
Der Anteil der Fünf-Sterne-Hotels liegt bei rund 5 Prozent. Die neue Hauptstadt Naypyidaw – hat immerhin rund 2.000 Hotelzimmer zur Verfügung, in Yangon gibt es geschätzt rund 8.000 Zimmer, die allerdings nur zum Teil internationalen Standards entsprechen. Immerhin sollen bis Ende 2013 bis zu 1.000 zusätzliche Hotelzimmer in Yangon entstehen. Nachdem bislang stärker asiatische Investoren im Hotelmarkt aktiv waren, kommen immer stärker westliche Hotelketten ins Land und setzen auf den sich abzeichnenden Wirtschafts- und Tourismusboom.

Als bevorzugte Standorte gelten derzeit ehemalige englische Kolonialgebäude in den wichtigsten Städten. Neben Yangon und Naypyidaw sind Mandalay im Norden und das attraktive Strandresort Ngapali die wichtigsten Locations.

Zu den Playern auf dem Investorenmarkt gehören unter anderem Accor Hospitality, Best Western (erstes Hotel soll in Yangon eröffnen), Hilton Worldwide, Marriott International sowie Starwood Hotels & Resorts (u.a. Westin, Sheraton). Aktuelles Beispiel für eine Investition in ein viktorianisches Gebäude ist der Umbau des ehemaligen Burma Railways Headquarters in ein Fünf-Sterne-Hotel in Yangon für über 350 Mio. US-Dollar.

Sein erstes Luxuszeltresort erhielt Myanmar Mitte Juli mit der Eröffnung der Bagan Lodge. Es liegt im Herzen der historischen Stadt Bagan in der Nähe des Ayeyarwady-Flusses und am Rande des imposanten Tempelfeldes. 82 klimatisierte Luxuszelte und drei Suiten zwischen 72 und 261 Quadratmetern stehen für ein unvergessliches Erlebnis bereit.

Das Design kombiniert Tradition mit Eleganz. Klassische burmesische Ziegelsteine, Holzböden, Zeltdächer und moderne Annehmlichkeiten, wie Kabelfernsehen und WLAN, werden Geschäftsreisenden und Touristen geboten. Die Anlage umfasst ferner ein Freiluft-Restaurant mit authentischer burmesischer Küche und frischen, hochwertigen Produkten, eine Lobbybar, eine Poolbar, ein 20 Meter langes Schwimmbecken und einen Spa mit acht Behandlungsräumen.

Tempelareal in Bagan
Das Tempelareal in Bagan (Foto: Stefan Fussan/Wiki Commons)
Bagan bietet die weltweit größte und dichteste Konzentration an buddhistischen Tempeln, Pagoden, Stupas und Ruinen, viele aus dem elften und zwölften Jahrhundert. Fast die Hälfte der einst 10.000 Tempel haben bis zum heutigen Tag standgehalten, was den Ort zu einem der bedeutendsten archäologischen Stätten in Südostasien und der ganzen Welt macht.

Neben den Tempeln ist die Region bekannt für seine Handwerkskunst, Pferdewagen und kleinen Märkte, die frische Produkte und Waren aus Silber anbieten. Bagan wird unter anderem mehrmals täglich von Yangon aus angeflogen. Die Zelte, andere Unterkünfte und Touren können über deutschsprachige Reiseveranstalter gebucht werden.

Fakt ist: Myanmar wird im Zuge seiner beschleunigten wirtschaftlichen Entwicklung und der Strukturverbesserung stärker auf internationale Investitionen auch im Tourismus setzen, um den Anschluss an die globale Entwicklung und den Aufschwung zu schaffen. Zudem feilt man am Image des Landes und setzt verstärkt auf touristisches Marketing und die Organisation bedeutsamer Großevents. Aber noch ist der Weg vom Nischenmarkt zum Top-Standort im Business und Tourismus weit.

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