Start Business Weingläser aus dem Waldviertel fürs Reich der Mitte

Weingläser aus dem Waldviertel fürs Reich der Mitte

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Vor rund zehn Jahren war die Glasfirma Zalto an ihrem Produktionsstandort Neu-Nagelberg im oberen Waldviertel knapp vor der Pleite gestanden. Danach aber 2006 von zwei ehemaligen Managern des Sektherstellers Schlumberger übernommen und mit der Zentrale nach Gmünd gewandert, hat das auf die Fertigung von edlen Weingläsern spezialisierte Unternehmen einen beachtlichen Aufschwung genommen – vor allem auf internationaler Ebene.

„Wir exportieren unsere Gläser inzwischen nach 30 Ländern in Europa und Übersee“, teilt Zalto-Geschäftsführer Christoph Hinterleitner dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Weinexperten schätzen die mundgeblasenen Gebinde aus dem Waldviertel, weil ihre auf die jeweilige Sorte abgestimmte Form Geruch und Geschmack des Weines optimal entfalten lassen.

In der gehobenen Gastronomie wiederum sind die Burgund-, Bordeaux- und Süssweingläser von Zalto sehr gefragt, weil sie trotz ihrer Dünnwandigkeit sehr bruchfest sind und – im Gegensatz zu Produkten anderer Trinkglaserzeuger – auch mit dem Geschirrspüler gereinigt werden können ohne einzutrüben.

„Das erreichen wir, indem wir beim Glasblasen auf den Einsatz von Bleikristall verzichten“, verrät Hinterleitner.

Zalto erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund zwei Millionen Euro. Aktuelle Zahlen aus der Produktion nennt der Geschäftsführer aus Konkurrenzüberlegungen nicht, 2010 hatte die Glasmanufaktur rund 60.000 Stück erzeugt.

Den Exportanteil beziffert der Zalto-Chef mit 75 Prozent – bei steigender Tendenz. „Wir spüren es natürlich positiv, wenn in einem Land der Weinkonsum steigt. Hotspot ist momentan eindeutig China“, berichtet Hinterleitner.

Binnen weniger Jahre habe sich Hongkong zu einem der weltweit wichtigsten Handelsplätze für hochwertige Rotweine – speziell aus Frankreich – entwickelt. Denn der wachsende Mittelstand im Reich der Mitte verlange immer stärker nach dem Trendgetränk aus Europa. Hinterleitner: „Auf diesen fahrenden Zug wollen wir mit einem Generalimporteur aufspringen.“