Start Business Wie KMU ihre Geschäftschancen im Maghreb nutzen können

Wie KMU ihre Geschäftschancen im Maghreb nutzen können

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Markttag in Nouakchott
Alltäglicher Markttag in Nouakchott: Die Nachfrage nach Konsumwaren ist in Nordafrika groß (Foto: Wiki Commons)
Die politische Lage in Nordafrika hat sich stabilisiert, jetzt ist es an der Zeit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit wieder auf Touren zu bringen. Die „Außenwirtschaft Austria“ der WKO organisiert gemeinsam mit dem AußenwirtschafsCenter Algier und dem AußenwirtschaftsCenter Casablanca vom 28. September bis 3. Oktober 2013 eine interessante Wirtschaftsmission nach Algerien, Marokko und Tunesien.

Der Fokus auf die Länder des Maghreb verwundert nicht, schließlich eröffnen sich dort vielversprechende Geschäftschancen für österreichische Exporteure. Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg ist freilich eine aktive Marktbearbeitung und der Aufbau von persönlichen Beziehungen.

Im öffentlichen Sektor ist es wichtig, dass sich Firmen auch unabhängig von Ausschreibungen bei Ministerien vorstellen bzw. registrieren lassen. Hier einige Informationen über die drei Maghreb-Länder, die im Rahmen der Wirtschaftsmission bereist werden.

Algerien. Ist ein Erdgas und Erdöl produzierendes Land, das in anderen Bereichen stark importabhängig ist. Voraussetzung für Erfolg ist eine aktive Marktbearbeitung und der Aufbau von persönlichen Beziehungen. Im öffentlichen Sektor gilt, dass Sie Ihre Firma auch unabhängig von Ausschreibungen bei Ministerien vorstellen bzw. registrieren lassen sollten.

Österreichische Erzeugnisse haben in Algerien gute Chancen: Zum einen wegen der bekannt guten österreichischen Qualität, zum anderen, weil die Algerier sich nicht von Franzosen, Italienern und Spaniern vereinnahmen lassen wollen und daher an einer Diversifizierung ihrer Lieferquellen großes Interesse haben.

Algerien kauft qualitätsbewusst und nicht vorrangig billige Waren aus Asien. Ein funktionierender Service bei Wartungsbedarf ist ein entscheidender Verkaufsvorteil.

Aufgrund der hohen Deviseneinnahmen aus dem Erdöl- und Erdgasgeschäft hat der Staat und haben die Gemeinden Geld für kommunale Infrastrukturprojekte. Algerien kann sich im Gegensatz zu anderen Schwellenländern daher auch Umweltschutz leisten.

Tunesien. Befindet sich nach zwei Jahren der politischen Selbstfindung auf dem Weg zur Stabilisierung und zum wirtschaftlichen Aufschwung. Das Land hat im Jahr nach der Revolution viel aufgeholt.

Die Wirtschaft steht auf noch wackligen, aber täglich kräftigeren Beinen. Die Exporte steigen kontinuierlich, die Lohnfertigung für Europa läuft. Boomende Branchen sind u.a. die Elektronikindustrie, der automotive Bereich, erneuerbare Energien und die Möbelindustrie.

Chancen für österreichische Exporteure ergeben sich in allen Industriebereichen: Tunesien gewährt seinen Unternehmen für die Modernisierung ihrer Produktion Subventionen. Die Freihandelszone mit der EU für Industrieprodukte bedeutet einen kleinen Vorteil gegenüber der asiatischen Konkurrenz, denn Tunesien ist ein preissensibler Markt.

Im öffentlichen Bereich besteht großer Nachholbedarf bei Infrastruktur (Schienenverkehr, Häfen, Straßen) und Umweltschutz. Internationaler Finanzinstitutionen treten für größere Projekte als Geldgeber auf.

Marokko. Der arabische Frühling ist in diesem Land mild verlaufen, die politische Lage bleibt stabil. Anfang März 2012 wurden die Einfuhrzölle für Industrieprodukte aus der EU zur Gänze abgebaut. Das Wirtschaftswachstum betrug 2012 rund 3 Prozent.

Der weiterhin positive Wirtschaftsausblick zieht Geschäftschancen in den unterschiedlichsten Bereich nach sich: es gilt Prozesse zu optimieren und die Industrie zu modernisieren – hier ergeben sich für Industrieausstatter und Anlagenlieferanten gute Marktchancen.

Interessant sind außerdem die Bereiche erneuerbare Energie und Energieeffizienz, Infrastrukturausbau, Chemie (Phosphatverarbeitung), IKT, maritime Wirtschaft, Entsorgung und Versorgung, Automobilindustrie sowie die Luftfahrtindustrie.

Französische und spanische Lieferanten haben schon längst keine „Exklusivität“ mehr in Marokko, weshalb im Bestreben, die Lieferquellen weiter zu diversifizieren auch österreichische Lieferanten gute Absatzchancen in Marokko vorfinden. Marokko entwickelt sich zudem zur Drehscheibe für den Handel zwischen Europa und Westafrika.

Wer bei der Wirtschaftsmission dabei sein will, muss sich bis spätestens 9. August 2013 bei der Wirtschaftskammer Österreich, Außenwirtschaft Afrika/Nahost, Frau Mag. Ulrike Straka, anmelden.

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