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Wie Österreichs Manager auf Geschäftsreisen gehen

2021
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Wenn Führungskräfte auf Geschäftsreise gehen: Eine Studie liefert dazu die Fakten, Daten und Zahlen (Foto: Pixabay)
Wenn Führungskräfte auf Geschäftsreise gehen: Eine Studie liefert dazu die Fakten, Daten und Zahlen (Foto: Pixabay)

Geschäftsreisen gehören zum Alltag österreichischer Führungskräfte. Aber wie begeben sich Manager auf Dienstreisen, welche Verkehrsmittel bevorzugen sie? Wie sind die Rahmenbedingungen, wie schaut es mit der Sorgfaltspflicht der Unternehmen aus? Wie zufrieden sind die Führungskräfte mit dem Notfallmanagement?

Diese und noch andere Fragen standen im Mittelpunkt einer aktuellen Umfrage des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsreisespezialisten Carlson Wagonlit Travel (CWT). Ein Ergebnis der Studie war überraschend.

Denn fast die Hälfte der 218 Befragten der WdF-Geschäftsreisestudie 2016 gibt an, dass in ihrem Unternehmen kein Notfallmanagement existiert. Offensichtlich ist in vielen Unternehmen in Österreich die Fürsorgepflicht noch immer unbekannt.

Weitere Ergebnisse der Mobilitätsstudie beziehen sich unter anderem auf Dauer, Verkehrsmittel und Trends bei Geschäftsreisen. Befragt wurden insgesamt 218 ManagerInnen (51 Prozent aus der ersten Führungsebene).

So sind die österreichischen Führungskräfte im Schnitt 59 Tage pro Jahr auf Dienstreise. Der Anteil an Auslandsreisen liegt bei 30 Tagen, während der Anteil an Inlandsreisen im Vergleich zum Vorjahr auf 29 Tage gesunken ist. Die Mehrheit der 218 befragten Manager (51 Prozent aus der ersten Führungsebene) war laut eigenen Angaben im Schnitt zwei bis drei Tage unterwegs.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit kritisiert ungelöste Sicherheitsprobleme in der deutschen Luftfahrt (Foto: Pixabay)
Das beliebteste Verkehrsmittel bei Geschäftsreisen ins Ausland ist das Flugzeug (Foto: Pixabay)
Rund 85 Prozent der Manager verwendet für Dienstreisen ins Ausland das Flugzeug. Bei Inlandreisen ist das Auto das beliebteste Transportmittel (84 Prozent), aber die Bahn nimmt mit 28,27 Prozent gegenüber den Vorjahren eine stärkere Rolle ein. Und auch der Fernbus mit 2,09 Prozent ist im Kommen.

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie sind:

  • 30 Prozent der Unternehmen buchten bis zu 50 Geschäftsreisen im Jahr 2015;
  • 40 Prozent buchen ihr Hotel u.a. direkt beim Anbieter;
  • 32 Prozent ihre Flugreisen u.a. direkt bei der Airline;
  • 53 Prozent der Buchungen werde im Sekretariat durchgeführt;
  • 9 Prozent nutzen gelegentlich Angebote aus dem Bereich der Sharing Economy;
  • Belastende Faktoren sind verlorenes Reisegepäck, Flugverspätungen und Streiks.
  • Geschäftsreisen belasten Work-Life-Balance und Familienleben

    Wolfgang Hammerer, Geschäftsführer des WdF: „Wenig überraschend sind die Geschäftsreisen gegenüber dem Vorjahr um knapp 8 Prozent weiter rückläufig. Dieser seit Jahren anhaltende Trend wird offensichtlich durch den intern steigenden Kostendruck und durch das geringe Wirtschaftswachstum verstärkt. Darüber hinaus meinen 79 Prozent der befragten Führungskräfte, dass Geschäftsreisen ein belastender Faktor für die Work-Life-Balance und das Familienleben sind. Das Ziel ist daher, Geschäftsreisen mit attraktiven Rahmenbedingungen zu gestalten: Schnelle Verbindungen, hoher Sicherheitsgrad und die Möglichkeit während der Reisezeit arbeiten zu können. Dies sind zentrale Aspekte, so die überwiegende Meinung der reisenden ManagerInnen.“

    Wie ernst nehmen Unternehmen die Fürsorgepflicht für ihre Geschäftsreisenden?

    Dass es beim Notfallmanagement von Geschäftsreisen in Österreichs Unternehmen ein beachtliches Defizit gibt, zeigt die Auswertung der Antworten:

  • 45 Prozent der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen kein Notfallmanagement existiert.
  • Nur bei 36 Prozent ist ein Travel Risk Management vorhanden.
  • „Gerade in Hinblick auf die neuen Trends bei Geschäftsreisen ist es für Firmen enorm wichtig, ihre Reiserichtlinien laufend anzupassen, um so die die Themen Sorgfaltspflicht, Sicherheit, Reporting aber auch Wirtschaftlichkeit entsprechend zu definieren“, sagt Katharina Turlo, General Manager von Carlson Wagonlit Travevel in Österreich.

    Carsharing findet in der Geschäftsreisebranche und bei Managern immer größere Akzeptanz (Foto: Uber)
    Carsharing findet in der Geschäftsreisebranche und bei Managern immer größere Akzeptanz (Foto: Uber)
    Zu den sich schnell entwickelnden Trends gehören etwa die Nutzung von Apps, die Buchung von Sharing Econbomy-Angeboten, das Ausweichen auf alternative Transportmittel wie Fernbus und die Nutzung von Angeboten in Richtung Personalisierung.

    Warum Apps das Leben der Geschäftsreisenden erleichtern

    Die Studie bestätigt auch, dass der größte Teil der Buchungen nach wie vor nicht direkt durch den Reisenden abgewickelt wird. Aus diesem Grund achtet Carlson Wagonlit Travel bei der Entwicklung neuer Technologien, wie etwa der App „CWT To Go“, darauf, dass diese von den Buchenden selbst genutzt werden können. Ziel ist es, dem Buchenden die Arbeit zu vereinfachen und zeitnahe Informationen über den aktuellen Reiseverlauf der Reisenden zu bieten. Turlo: „In Österreich nutzen von unseren Kunden bereits 2.158 Geschäftsreisende und Buchende diese innovative App.“

    „Das Zeitalter der Digitalisierung ist bei den Geschäftsreisebuchungen längst angekommen. Online-Plattformen und Apps werden vermehrt für Geschäftsreisebuchungen verwendet und darüber hinaus immer häufiger auch für Privatreisebuchungen gleichermaßen genutzt. Durch die neuen technologiebasierenden mobilen Lösungen ist dieser Trend nicht mehr aufzuhalten“, so Gerhard Zeiner, Bundesvorsitzender des WdF und SAP COO.

    Geringes Wirtschaftswachstum produziert Rückgang bei Geschäftsrreisen

    WdF-Geschäftsführer Wolfgang Hammerer sieht die die Zukunft der Dienstreisen nicht allzu rosig: „2015 gab es ein geringe Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. Die Exportquote stieg ebenfalls bescheiden von 53,4 Prozent auf 54,3 Prozent mit ebenfalls nur 0,9 Prozent an. Stellt man nur einen Zusammenhang der Geschäftsreisen mit dem Wachstum und der Entwicklung der österreichischen Exportquote her, so ist der seit Jahren erkennbare Trend der rückläufigen Geschäftsreisen keine allzu große Überraschung. Geringes Wirtschaftswachstum erzeugt zwangläufig darüber hinaus einen Kostendruck. Der Sicherheitsfaktor – Streiks, Terror, verschärfte Kontrolle – spielt immer stärker in der Buchung von Geschäftsreisen eine Rolle.“

    Geschäftsreisen müssen effizient, produktiv und zeitsparend sein

    „Dazu kommt noch die rasante Entwicklung im Bereich der mobilen Technologie. All diese Punkte tragen dazu bei, dass der logische Trend in die Richtung geht, die Anzahl der Geschäftsreisen zu minimisieren, sie möglich effizient, produktiv und schnell zu gestalten. Gelingt die Umsetzung der genannten Ansprüchen nicht, dann wird eben telefoniert oder per Videokonferenz kommuniziert“, sagt Wolfgang Hammerer.

    Und, so der WdF-Geschäftsführer, „die Bahn punktet generell mit mehr Service – Komfort, Business-Class, Verpflegung – und mit schneller Fahrzeiten zu günstigeren Preisen. Kaum etwas macht die internationale Ausrichtung der österreichischen Wirtschaft und damit die physische Belastung deutlicher als die Mobilität ihrer ManagerInnen. Knapp 60 Tage unterwegs zu sein, entspricht mehr als einem Viertel der Normjahresarbeitszeit. Die meiste Zeit beanspruchen Inlandsreisen. Trips nach Mittel- und Osteuropa bzw. überseeische und westeuropäische Ziele spielen eine etwa gleich große Rolle.“
    Redaktion: Georg Karp

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