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Ertrinken die Malediven im Müll ihrer Urlauber?

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Die Malediven-Hauptstadt Malé
Malé, die Hauptstadt des Inselstaates Malediven, platzt aus allen Nähten und droht im Müll des wachsenden Urlauberstroms zu ertrinken (Foto: Shahee Ilyas, Wikimedia Commons)
Die einzigartige Inselwelt der Malediven droht im Abfall ihrer Touristen zu ertrinken. Denn der seit 1972 wachsende Tourismus auf den Malediven hat zu einem zunehmend bedrohlichen Müllproblem geführt. Die Einfuhr verschiedenster Konsumgüter in den Inselstaat brachte zwangsläufig auch Probleme der Müllentsorgung mit sich. Was also tun?

Eine Müllverbrennungsanlage auf der künstlichen Insel Thilafushi nahe der Hauptstadt Malé entsorgt derzeit die Abfälle von Malé sowie von allen Tauch- und Safaribooten, von fast allen Touristenresorts und den umliegenden einheimischen Inseln im Nord- und Südmalé-Atoll.

Doch das reicht nicht. Das wachsende Tourismus und der damit zunehmende Müllberg aus Papier, Plastik und Aluminiumdosen bringen die Trauminseln der Malediven immer mehr in eine ökologische Gefahr.

Alois Männer und sein Team
Alois Männer und sein Team der „Bunten Urlaubswelt“ vor Ort haben die Eigeninitiative gestartet, um den wachsenden Müllberg der Malediven-Urlauber zu entsorgen
Die abgelegenen Inseln verfügen nicht über eine eigene Müllentsorgungs-Infrastruktur. Dazu kommt, dass der Indische Ozean weiteren Abfall immer wieder an die traumhaft weißen Strände spült.

Doch jetzt greifen Touristiker zur Selbsthilfe: Alois Männer und das Reisebüro Bunte Urlaubswelt sponsern ein neues Müllentsorgungs-Projekt, um die Malediven in ihrer Schönheit zu erhalten.

Im Rahmen der Initiative „Save our Island Hanimaadhoo – keep it clean“ spendeten das Reisebüro Bunte Urlaubswelt und Alois Männer 100.000 Malediven-Rupien, rund 7.800 US-Dollar, für ein Entsorgungsprojekt an einem abgelegenen Teil der sieben Kilometer langen Insel.

Aktuell säubern etwa 10 Mitarbeiter die gesamte Insel und bringen den Müll zur Station. Dort wird eine Müllverbrennungsanlage in einer Art dichtem Betonsilo betrieben, um das Grundwasser zu schützen. In etwa vier bis sechs Wochen werden dann 1.000 Mülleimer aufgestellt, die drei Mal wöchentlich von einer Müllabfuhr entleert werden.

Alois Männer: „Optimal für die Zukunft wäre natürlich eine in sich abgeschlossene Müllverbrennung mit integrierter Stromerzeugung für die ganze Insel. So wären beide Probleme auf einmal gelöst Müllentsorgung und Stromerzeugung. Strom wird zurzeit vorwiegend auf allen Inseln mit Dieselgeneratoren erzeugt.“

Ein weiterer Ausbau der Initiative scheitert derzeit an den finanziellen Mitteln des Inselstaates.

Alois Männer: „Wir hoffen auf Nachahmung anderer Firmen. Damit uns das Naturwunder Malediven noch lange erhalten bleibt.“

„Mir liegen die Malediven sehr am Herzen und ich sehe das Problem“, so Alois Männer, der seit 25 Jahren auf den Malediven arbeitet.

Auf der Malediven-Insel Hanimaadhoo baute er mit Abdull Wahid die beiden Safariboote Nautilus One und Nautilus Two des Tauchreiseveranstalters Bunte Urlaubswelt aus Österreich.

„Seit kurzem gibt es auch hier immer mehr Tourismus. Gästehäuser wie auch unsere Gästevilla, die im Herbst 2015 eröffnet wird, erfreuen sich bei Individualtouristen größter Beliebtheit“, sagt Alois Männer, Betreiber der Nautilus One und Two.

Doch wie lange wird es dauern, bis die Müllgefahr auch diese Destination in der Inselwelt der Malediven erreicht.

Malediven: Lily Beach
Malediven: Lily Beach
Background: Endlose weiße Strände, azurfarbene Lagunen, strahlend blauer Himmel und ein beruhigendes Rauschen der Palmen – das sind die Malediven. Ein Paradiese für Taucher, Schnorchler, Kitesurfer und Ruhesuchende.

Bereits der Anflug auf die Flughafeninsel Hulhulé, die direkt gegenüber der Hauptstadt Malé liegt, verschlägt einem den Atem. Im strahlenden Sonnenschein liegen unzählige Eilande im Ozean verstreut.

Rund zweihundert dieser Inseln sind bewohnt, und mehr als neunzig Inseln dienen als paradiesische Ziele für einen Urlaub auf den Malediven. (Redaktion)

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