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Fluggastrechte: Österreicher verzichten 72 Millionen Euro!

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Wo PasMehr Rechte für Passagiere oder für Airlines?sagiere von Airlines abkassiert werden
Mehr Rechte für Passagiere oder mehr Rechte für Airlines? Das ist die Frage, an der sich die Geister der EU-Kommission und der EU-Parlamentarier scheiden. Die Dummen am Ende sind die Fluggäste (Foto: Tripadvisor/Flughafen Leipzig/Halle)

Warum lassen sich FLuggäste aus Österreich jährlich 72 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen von Airlines für Verspätungen und Annullierungen entgehen, die ihnen aber entsprechend ihrer Fluggastrechte zustehen? Mehr für den Konsumentenschutz wollen deshalb jetzt die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) und das Serviceportal www.fairplane.at tun und bündeln ihre Aktivitäten im Bereich Fluggastrechte. Die Kooperation ermöglicht der AK OÖ Ausgleichsansprüche von Passagieren gegenüber den Luftfahrtunternehmen effizienter durchzusetzen.

Der häufigste Beschwerdegrund

Flugverspätungen und Annullierungen gehören zu den alltäglichen Problemen an österreichischen Flughäfen. „Sie machen mittlerweile einen Großteil der Reisebeschwerden beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich aus“, sagt Dr. Georg Rathwallner, Leiter der Abteilung Konsumentenschutz der AK OÖ.

Hundertausende Betroffene haben jährlich Anspruch auf Ausgleichszahlungen bzw. Entschädigung durch die Airline.

Fluggastrechte: Entschädigungsansprüche
Fluggastrechte: Diese Entschädigungsansprüche stehen betroffenen Flugpassagieren zu (Quelle: Fahrplan.at)
Eine Auswertung von FairPlane zeigt, dass sich aber lediglich zehn Prozent der anspruchsberechtigten Passagiere mit ihren Forderungen an die Airline wenden. Und nur die Hälfte von ihnen bekommt eine Entschädigung gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung. Das Portal hat berechnet, dass damit allein österreichische Passagiere jährlich auf 72 Millionen Euro verzichten.

Fluggastrechte: 72 Millionen Euro Ausgleichszahlungen
Fluggastrechte: 72 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen verschenken Geschäftsreisende und Urlauber in Österreich den Airlines, weil sie nicht wissen, dass sie darauf Anspruch haben (Quelle: fairplane.at)
Unwissenheit der Passagiere und Ablehnungstaktik der Airlines

Mag. Andreas Sernetz, Gründer und Geschäftsführer von FairPlane, sieht den Grund für die weitverbreitete Unkenntnis der Passagiere in der Informationspolitik der Luftfahrtunternehmen: „Neun von zehn Passagiere kennen ihre Rechte nicht. Die Airlines sorgen mit ihrer absichtlichen Verschleierungstaktik für diese große Unwissenheit. Wenden sich Passagiere doch an die Airline, erhalten sie meist entweder gar keine Antwort oder ein standardisiertes Ablehnungsschreiben.“

Hohem Schutzstandard in Europa droht das Aus

Neben der immer noch weit verbreiteten Unwissenheit könnten die Luftfahrtunternehmen von sich ändernden politischen Rahmenbedingungen profitieren. Seit zwei Jahren steht eine Neuordnung der EU-Fluggastrechteverordnung im Raum.

Die vorliegenden Vorschläge hätten eine deutliche Absenkung des momentan hohen Schutzniveaus für Konsumenten zur Folge. Drei von vier betroffenen Passagieren würden ihre Ansprüche verlieren.

„Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Europäischen Union, dass einmal erkämpfte Standards wieder aufgegeben werden“, blickt Prof. Dr. Ronald Schmid, Experte für Reiserecht und Unternehmenssprecher von FairPlane, sorgenvoll in die Zukunft.

TRAVELbusiness-Background: fairplane.at als renommierte Konsumentenschutz-Plattform unterstützt Flugpassagiere dabei, ihre Ausgleichsansprüche gegenüber Fluglinien einzufordern und durchzusetzen. Diese Ansprüche entstehen durch Flugverspätungen von mehr als drei Stunden, Flugannullierungen oder überbuchte Flüge.

FairPlane bündelt Ausgleichsansprüche und übergibt diese an erfahrene und spezialisierte Anwälte für Reiserecht. Für Kunden entsteht keinerlei Kostenrisiko – das Unternehmen übernimmt alle Anwalts- und eventuelle Gerichtskosten.

FairPlane verlangt keine Bearbeitungsgebühren, sondern ein rein erfolgsbasiertes Honorar von 24,5 Prozent (zzgl. gesetzlicher MwSt.) der tatsächlich geleisteten Ausgleichszahlung. Die Erfolgsquote der von FairPlane vertretenen Fälle liegt bei rund 85 Prozent.

Das Unternehmen mit Sitz in Wien wurde 2011 von Andreas Sernetz und Michael Flandorfer gegründet und unterhält seit 2012 eine Niederlassung in München.

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