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Airlines und Airports müssen viel mehr zusammenarbeiten

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Flughafen Wien
Wesentlich für die Leistungsfähigkeit des Hub-Standortes Flughafen Wien ist vor allem eine gute Zusammenarbeit mit den Airlines (Foto: Flughafen Wien AG)

Flughafen Wien
Wesentlich für die Leistungsfähigkeit des Hub-Standortes Flughafen Wien ist vor allem eine gute Zusammenarbeit mit den Airlines (Foto: Flughafen Wien AG)
Flughäfen profitieren vom nachhaltigen Wachstum in der Luftfahrt, entwickeln sich zunehmend zu Handelszentren und werden künftig noch stärker in Ballungszentren weltweit integriert sein. Gleichzeitig erfordern Kapazitätsbeschränkungen, der Preiskampf unter den Fluggesellschaften, schnelle technologische Veränderungen und ehrgeizige Lärm- und Klimaziele ein kreatives und flexibles Flughafenmanagement. Das ist die Bilanz der „Aviation Convention 2013“, die zum ersten Mal in Köln stattfand.

Die gemeinsame Veranstaltung von Roland Berger Strategy Consultants, dem DLR und der RWTH Aachen bot hochkarätigen Referenten und Managern der Luftfahrtindustrie eine internationale Plattform, um sich über die Zukunftstrends der Branche auszutauschen.

„Auf Flughäfen werden sich letztendlich alle technologischen und ökonomischen Veränderungen in der Luftfahrt auswirken“, erklärt Martin Streichfuss, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Fluggesellschaften und Flughäfen sind Teile eines Gesamtsystems und sollten in Zukunft enger kooperieren, um sich im internationalen Wettbewerb besser zu positionieren.“

Flughäfen der Zukunft – die neuen Trends

Verschiedene Faktoren werden die Entwicklung der internationalen Flughäfen in den kommenden Jahren stark beeinflussen: „Veränderte Umweltrichtlinien wie etwa emissionsabhängige Landegebühren und Lärmschutzmaßnahmen bis hin zu Nachtflugbeschränkungen stellen eine große Herausforderung sowohl für Fluggesellschaften als auch für Flughäfen dar“, sagt Prof. Rolf Henke, Mitglied des DLR-Vorstands für den Bereich Luftfahrtforschung. „Im Sinne der europäischen Luftfahrtvision ‚Flightpath 2050‘ sollte eine engere Zusammenarbeit zwischen europäischen Flughäfen, Fluggesellschaften, der Forschung und den beteiligten Behörden die operativen Freiheiten verbessern und so die globale Wettbewerbsfähigkeit der Akteure sichern.“

Die europäische Luftfahrtbranche ist sich einig, dass in naher Zukunft der innereuropäische Verkehr mehrheitlich durch Low-Cost Fluggesellschaften mit differenziertem Service bedient wird. Um dem Erlösverfall entgegenzuwirken, reagieren Fluggesellschaften bereits vermehrt mit neuen Produkten, die die Zahlungsbereitschaft der Passagiere bedienen und neue Erlösquellen erschließen. Außerdem wird im internationalen Verkehr der Wettbewerb zwischen europäischen Flughäfen und Hubs im Mittleren Osten weiter zunehmen.

Damit geht einher, dass die Marktkonsolidierung unter den Airlines fortschreiten wird. „Diese neuen Realitäten stellen auch die Flughäfen der Zukunft vor neue Aufgaben und Herausforderungen“, erklärt Roland Berger-Partner Björn Maul. „Nur solche Flughäfen werden zu den Gewinnern des Wandels gehören, die neue Wachstumsimpulse für Fluggesellschaften setzen, Service- und Preiskonzepte attraktiver und flexibler gestalten sowie selbstständig oder gemeinsam mit Fluggesellschaften neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln“, ergänzt Experte Björn Maul. Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und höheres Wachstum ist auch, dass Hubs ihre Infrastruktur besser auslasten und eine bessere Abfertigung der Passagiere sicherstellen.“

Schließlich werden sich Flughäfen als wichtige Handelszentren weiter etablieren. Vor allem bei der Digitalisierung des Retail-Geschäfts an Flughäfen sehen die Roland Berger-Experten enormes Geschäftspotenzial – etwa mittels stationärer und digitaler Touchpoints, die intelligent miteinander verbunden sind und dem Kunden zusätzliche Dienstleistungen bieten. So könnten zum Beispiel online getätigte Warenbestellungen beim Einzelhändler am Zielflughafen abgeholt oder als Home Delivery ausgeliefert werden.

Background: Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit rund 2.700 Mitarbeitern und 51 Büros in 36 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 250 Partnern.

Das DLR ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden.

Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrt-Agentur im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem fungiert das DLR als Dachorganisation für den national größten Projektträger.

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