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Gewinner und Verlierer in Zeiten des Terrors

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Terror und Bürgerkrieg
Kriminalität, Terror und Bürgerkrieg sind nur einige von Risiken, mit denen Geschäftsreisende und Touristen unterwegs konfrontiert werden können (Foto: iStock)

Terror und Bürgerkrieg
Wie wirken sich Terror, Bürgerkrieg und Naturkatastrophen auf den Tourismus aus? Wer verliert, wer gewinnt in der Tourismusbranche? Eine Expertenrunde versuchte, die Antworten auf diese Fragen zu finden (Foto: iStock)
Terroranschläge, Naturkatastrophen, politische Ausnahmezustände – der Tourismus scheint in die Krise gekommen zu sein. Wie sich das Reiseverhalten verändert und ob Terror und politische Unruhen für die Reisebranche in Österreich ein Problem darstellen, darüber wurde bei einem Branchentreff diskutiert.

Unter den Experten tauschten sich Mag. Julian Jäger, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG und Prof. Mag. Peter Zellmann, Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung IFT nach Einladung von Dr. Renate Wimmer, Eigentümer der Unternehmensgruppe ARCOTEL und Martin Lachout, Vorstand der ARCOTEL Hotel AG aus.

Unter den Gästen waren unter anderem der Tourismussprecher des Parlaments, Maximilian Unterrainer, KR Wilhelm Turecek, Irmgard Kuhner-Beichtbuchner, General Manager vom Hotel Messe & Hotel Lassalle und Ivona Meissner, Direktorin der Best Western Hotels Central Europe.

Terror bringt traurige Verlierer und Gewinner hervor

„Des einen Leid, des anderen Freud“, meinte Prof. Peter Zellmann beim Arcotel-Branchentreff über die direkten Auswirkungen der Terroranschläge auf die Tourismusbranche.

„Destinationen mit langfristigen politischen Ausnahmezuständen wie die Türkei, Tunesien oder Ägypten brauchen mindestens zwei Jahre, um sich nach Unruhen zu erholen. Wenn die Situation über mehr als eine Saison anhält, ist das Image nachhaltig beschädigt“, sagte Zellmann.

Der Inlandstourismus in Österreich sei ein Gewinner dieser Umstände, von einer generellen Krise im Tourismus möchte Zellmann nicht sprechen.

Auch Flughafen-Chef Jäger kann sich nicht über rückläufige Zahlen am Wiener Flughafen beklagen: „Der Flugverkehr wächst weiterhin und auch wenn einzelne Destinationen krisenbedingte Rückgänge verzeichnen, so steigt das Passagieraufkommen insgesamt an. Die Flugreisenden weichen auf andere Destinationen aus und so war der Sommer 2016 für den Flughafen Wien der passagierstärkste Sommer aller Zeiten.“

Die Türkei müsse seit Anfang des Jahres mit 26 Prozent Rückgang kämpfen, Großbritannien freue sich dagegen über ein Plus von 30 Prozent und auch Spanien hat stark zugelegt. Auch Malta, wo der Flughafen Wien den örtlichen Airport betreibt, entwickle sich blendend.

Die Verschiebungen der Gästeschichten sind ebenso im Städtetourismus spürbar: „Amerikaner oder Japaner überlegen sich mittlerweile, ob sie einen Flug nach Europa riskieren. Zuvor haben wir durch politische sowie wirtschaftliche Gründe den Rückgang von Gästen aus Russland verkraften müssen. Diese Art von Krisen wirken sich für uns langfristiger aus als vereinzelte Anschläge in Europa“, erklärt Martin Lachout, Vorstand der Arcotel Hotel AG.

Das Reiseverhalten in Zeiten des Terrors standen beim Expertentreffen im Arcotel Kaiserwasser in Wien im Mittelpunkt: Martin Lachout, Dr. Renate Wimmer, Prof. Mag. Peter Zellmann, Mag. Julian Jäger (Foto: Arcotel Hotels)
Das Reiseverhalten in Zeiten des Terrors stand beim Expertentreff im Arcotel Kaiserwasser in Wien im Mittelpunkt: Martin Lachout, Dr. Renate Wimmer, Prof. Mag. Peter Zellmann, Mag. Julian Jäger (Foto: Arcotel)
In der Schlussrunde zur Diskussion waren sich alle Experten einig: Der Tourismus wird einer der wichtigsten Wirtschaftsmärkte bleiben und sich weiter entwickeln. Martin Lachout zitierte dabei eine Aussage des US-Präsidenten Barack Obama, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Terroranschlag umzukommen, tausendmal geringer sei, als einem Verkehrsunfall zum Opfer zu fallen.

Reisende sollten trotzdem gut informiert sein und Reisewarnungen ernst nehmen, erklärte Zellmann. Der Flughafen Wien werde weiterhin versuchen, mehr Destinationen an Wien anzubinden, um das Ziel von 20 Mio. Nächtigungen pro Jahr in der Bundeshauptstadt zu erreichen, so Jäger zuversichtlich.

TRAVELbusiness-Background: Die Arcotel-Unternehmensgruppe positioniert sich mit derzeit 11 Hotels in Österreich, Deutschland und Kroatien in der Business- und Stadthotellerie. 2017 wird ein weiteres Arcotel-Hotel in Wien eröffnet. Das familiengeführte Unternehmen, gegründet 1989 in Wien, legt besonderen Wert auf ein persönliches und individuelles Umfeld mit internationalem Standard und Top-Qualität. Die Gruppe beschäftigt rund 880 Mitarbeiter als begeistertes Team.

Der Branchentreff wurde von der Unternehmensgruppe Arcotel ins Leben gerufen, um mehr Interaktion, Kommunikation und Austausch zwischen Hoteliers, Brancheninsidern und Politikern herzustellen. Aktuelle Herausforderungen, Trends und Ereignisse werden diskutiert. Dr. Renate Wimmer, Eigentümerin der Unternehmensgruppe: „In unseren bisherigen Veranstaltungen pflegten wir einen wertvollen Dialog, aus dem jeder Teilnehmer sowie wir selbst stets viel mitnehmen konnten. Deshalb freue ich mich auf jedes Zusammentreffen und viele weitere, die noch kommen werden.“

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