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Warnstreiks in Deutschland gefährden Flugverkehr

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Flughafen Frankfurt/Main bei Nacht 610x384
Wenn es die Gewerkschaft will, steht der Luftverkehr still (Foto: Fraport AG/Andreas Meinhardt)

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Wenn es die Gewerkschaft will, steht der Luftverkehr in Deutschland still (Foto: Fraport AG/Andreas Meinhardt)
Geschäftsreisende brauchen am 22. April starke Nerven, viel Geduld und Sitzfleisch. Denn für Montag hat die Gewerkschaft ver.di einen 24-stündigen Warnstreik an mehreren deutschen Lufthansa-Standorten angekündigt. Betroffen von den Streikmaßnahmen sind außer den Drehkreuzen Frankfurt und München die Standorte Hamburg, Norderstedt, Nürnberg, Köln, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart und Hannover. Die Folgen: Stundenlange Verspätungen, Zeitverluste und entgangene Geschäfte für viele Unternehmen.

Stefan Lauer, Mitglied des Vorstands und Lufthansa Verhandlungsführer, hat kein Verständnis für den neuen Warnstreik der Gewerkschaft: „Trotz eines Lufthansa Angebotes in der letzten Tarifrunde diese Woche, trotz konstruktiver Gespräche und weiterer Terminvereinbarungen trägt ver.di die Tarifauseinandersetzung erneut auf dem Rücken unserer Kunden aus.“

Es sei absurd, was sich hier abspiele, so Lauer. Dass sich inzwischen auch ver.di völlig überzogener und bisher unüblicher Erzwingungsmittel bediene, sei vor allem auch der heftigen Konkurrenz der Gewerkschaften untereinander geschuldet. Hier stünden schon seit geraumer Zeit die diversen Streikmaßnahmen in keinem Verhältnis mehr zu den verursachten Schäden für zigtausende von Passagieren und das Unternehmen.

„Ein 24-stündiger Warnstreik ist faktisch von seiner Wirkung her ein Vollstreik und vor dem Hintergrund erster Verhandlungsfortschritte eine völlig überzogene Arbeitskampfmaßnahme, die sich definitiv nicht mit dem aktuellen Verhandlungsstand begründen lässt. Es ist mittlerweile ein geradezu unerträglicher Zustand, in welcher Häufigkeit und Härte die verschiedenen Gewerkschaften die Luftverkehrsbranche, und somit auch unser Unternehmen, in immer kürzeren Abständen massiv schädigen. Es wird höchste Zeit, dass sich endlich auch die Politik mit der Notwendigkeit neuer Spielregeln für Arbeitskämpfe in Bereichen der infrastrukturellen Daseinsvorsorge beschäftigt.“

Informationen für Lufthansa-Fluggäste

Aufgrund des geplanten Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di an deutschen Standorten des Lufthansa Konzerns am Montag, den 22.04.2013 wird es zu erheblichen Einschränkungen im Lufthansa Flugbetrieb kommen.

Streikbedingte Flugausfälle sind vor allem für Lufthansa Flüge zu deutschen und europäischen Zielen zu erwarten. Flüge von Germanwings sind davon nicht betroffen. Langstreckenflüge sollen, wenn möglich, stattfinden.

Alle Fluggäste werden gebeten sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status ihres Fluges auf der Lufthansa-Internetseite zu informieren. Lufthansa bedauert Unannehmlichkeiten, die Passagieren durch die Streikmaßnahmen der Gewerkschaft verdi entstehen, und bemüht sich, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Lufthansa erarbeitet für den 22.04.2013 einen Sonderflugplan, um Fluggästen unter diesen Bedingungen größtmögliche Planungssicherheit zu gewährleisten. Im Verlauf des Samstagabends wird Lufthansa auf ihrer Internetseite unter „aktuelle Fluginformationen“ eine Liste der gestrichenen Füge veröffentlichen.

Lufthansa empfiehlt daher allen Fluggästen, sich frühzeitig vor Reiseantritt auf www.lufthansa.com über den Status ihres Fluges zu informieren. Darüber hinaus hat Lufthansa für Anrufe aus Deutschland eine kostenfreie Telefonnummer unter 0800 850 60 70 eingerichtet, unter der sich vom Streik betroffene Fluggäste informieren können.

Passagiere können für Montag gebuchte Flüge kostenfrei umbuchen oder stornieren. Innerdeutsch reisende Fluggäste, deren Flüge aufgrund des Warnstreiks gestrichen wurden, können alternativ die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür wandeln sie das etix entweder online unter „Meine Buchungen“ oder an einem Lufthansa Check-in Automaten in einen Reise-Gutschein um.

Darüber hinaus werden die Fluggäste gebeten von dem Angebot eines elektronischen Check-in (über die Online-Kanäle oder Automaten) Gebrauch zu machen. Zudem wird Fluggästen, die mit wenig Gepäck reisen können, empfohlen, sich im Zeitraum des Warnstreiks auf Handgepäck zu beschränken.

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