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Wo Florida griechischer als Griechenland ist!

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Tarpon Springs in Florida
Mit seiner ehemals weltgrößten Naturschwammproduktion und seiner griechischen Community ist Tarpon Springs in Florida eine der außergewöhnlichsten Städte der USA (Foto: VisitSPC)

Tarpon Springs in Florida
Mit seiner ehemals weltgrößten Naturschwammproduktion und seiner griechischen Community ist Tarpon Springs in Florida eine der außergewöhnlichsten Städte der USA (Foto: VisitSPC)
Urlaub in Florida. Weiße Traumstrände soweit das Auge reicht. Tolles Lebensgefühl. Zum Beispiel in der Region St. Petersburg/Clearwater. Dort steht die Sonnenscheinstadt Tarpon Springs für griechisches Lebensgefühl mitten in den USA. Gefüllte Weinblätter, Moussaka, Bauernsalat, Meeresfrüchte und Baklava – all diese Köstlichkeiten sind hier zu finden.

Das ist kein Wunder, denn gut neun Prozent der 23.000 Einwohner haben griechische Wurzeln. Damit hat Tarpon Springs die höchste Konzentration an griechischen Bewohnern in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Und durch das leicht hügelige Land, die weiß-hellblauen Häuserfassaden, die Salzwasser-Flussarme und den Einfluss des Golfstroms sind die Lebensbedingungen dem des östlichen Mittelmeerraums nicht ganz unähnlich.

Die Wurzeln von Tarpon Springs reichen allerdings noch tiefer, denn die Gründung der Stadt beruht auf der Naturschwammindustrie. Die Naturschwamm-Bänke wurden in den 1890er Jahren entdeckt und von griechischen Schwammtauchern regelrecht erobert.

So wurde Tarpon Springs Anfang des 20. Jahrhunderts zur Welthauptstadt der Schwammfischerei. Jeder zweite Naturschwamm, den man in Europa kaufen konnte, kam aus dem kleinen Ort in Florida. Mehr als 200 Boote waren täglich in den Feldern im Einsatz und bis zum Jahr 1936 hatten sich bereits mehr als 2.000 griechische Siedler in Tarpon Springs niedergelassen.

Allerdings brach die Industrie in den 1940ern nach einem Krankheitsbefall der Schwämme zusammen und konnte sich erst in den 1980er Jahren erholen, nachdem durch synthetische Schwammfelder der Industriezweig wiederbelebt wurde – Tarpon Springs gelangte wieder zu Bedeutung am internationalen Markt. Für Besucher bietet sich heute die Möglichkeit, in Touristenbooten Tauchern dabei zuzusehen, wie sie in antiken Taucheranzügen mit Metallhelmen nach Schwämmen suchen.

Tarpon Springs ist noch ein Geheimtipp in Florida, an dem Besucher in aller Ruhe Urlaub machen können. Am Dodecanese Boulevard liegt das Tarpon Springs Aquarium, in dem Gäste Haibabys und Rochen besichtigen und sogar streicheln können. Die Spongeorama’s Sponge Factory ist ein interessantes Museum mit Schwämmen, Badeprodukten und Souvenirs jeglicher Art.

Die Küstenstadt liegt direkt am Anclote River, nur eineinhalb Kilometer vom Golf von Mexiko entfernt. Deswegen sind die Bademöglichkeiten natürlich ausgezeichnet. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich einen Small Talk mit George Billiris, dessen griechischer Großvater in den 20er Jahren einst den Grundstein für die erfolgreiche Schwammindustrie Floridas legte.

Der über 80jährige Billiris ist selbst ehemaliger Schwammtaucher und bietet heute Schwämme in seinem kleinen Laden in Tarpon Springs an. Anekdoten über die Blütezeit der Schwammindustrie sind hier inklusive. Danach empfiehlt sich ein Besuch des bei Einwohnern beliebten Restaurants Mykonos oder der Hellas Bakery im Dodecanese Boulevard, einem echtem Geheimtipp für köstlich-griechische Desserts.

Übrigens: Vom Tampa International Airport ist der Küstenort in guten 40 Minuten mit dem Mietwagen oder Taxi zu erreichen. Auch die Metropolen Tampa und St. Petersburg sind ganz in der Nähe von Tarpon Springs und für einen Tagesausflug absolut empfehlenswert. Die herrlichen Strände von Clearwater Beach eignen sich außerdem perfekt für einen Kurzurlaub.