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Keine Flugzeiten mehr in Veranstalterkatalogen?

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Flughafen Wien
Der Wiener Flughafen entwickelt sich immer mehr zu einer riesigen Airport-City und zu einer Logistik-Drehscheibe für den Frachtverkehr

Der Österreichische Reisebüroverband (ÖRV) sieht das aktuelle Urteil des deutshen Oberlandesgerichts Celle zum Thema „Bekanntgabe von Flugzeiten“ nicht im Sinne der Konsumenten. „Das Urteil hat keine Auswirkungen auf Österreich, außerdem soll es eine Revision beim Bundesgerichtshof geben“, betont Mag. Christian Bruckmüller, Leitung Veranstalterausschuss ÖRV. „Sollte es in Österreich ein ähnliches Urteil geben und die Veranstalter dazu verpflichtet werden, die Flugzeiten verbindlich anzugeben, werden sie gar keine Zeiten mehr angeben“, so Bruckmüller.

Reisekataloge werden bereits mehr als ein Jahr im Voraus geplant und veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gibt es in der Regel noch keine verbindlichen Flugzeiten. Die beantragten und in den Reiseunterlagen abgedruckten Flugzeiten sind zu diesem Zeitpunkt häufig noch nicht endgültig von der Flugsicherung bestätigt. Daher geben die Reiseveranstalter auf den Reiseunterlagen voraussichtliche Abflugzeiten bekannt und weisen darauf hin, dass sich Änderungen ergeben können.

Diese langfristige Planung und das große Einkaufsvolumen von Flugkontingenten machen den Preis des Fluges im Rahmen einer Pauschalreise in der Regel günstiger, so dass der Kunde von attraktiven Reisepreisen profitiert.

In den meisten Fällen ändern sich diese Abflugzeiten im Laufe des Jahres nicht oder nur geringfügig.

Bei Fällen, wo es deutliche Änderungen gibt, ärgern sich nicht nur die betroffenen Gäste, sondern auch die Reisebüros.

„Es hat aber niemand etwas davon, wenn es im Vorfeld überhaupt keine Flugzeiten mehr gibt. Wenn es schätzungsweise bei mehr als 80 Prozent der Fälle keine gravierenden Änderungen gibt, kennt die weitaus überwiegende Mehrheit unserer Gäste weiterhin langfristig ihre Flugzeiten und wir leben mit den wenigen Ausnahmen“, stellt Mag. Christian Bruckmüller fest.

„Um attraktive Preise anbieten zu können, müssen auch unerwartete Nachfrageschwankungen durch ein Optimieren der Flugpläne aufgefangen werden können. Das rechtlich erzwungene Festhalten an fixen Flugplänen ohne auf die veränderte Nachfrage eingehen zu können, wäre auch aus Sicht der Nachhaltigkeit schlecht.“

Der Österreichische Reisebüroverband legt klar, dass Flugzeitenänderungen bei Pauschalreisen in Ausnahmefällen nicht zu vermeiden sind.

Kurzfristige Flugzeitenänderungen in Einzelfällen kommen beispielsweise auch vor, wenn die Flugsicherung Startzeiten (Slots) verschiebt, es zu Streiks oder Wartungsarbeiten der Start- und Landebahnen auf den Flughäfen kommt sowie bei besonderen Wetterlagen wie Tropen- oder Winterstürmen, Schneefälle oder Aschewolken.

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