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Reisefreudige Europäer mit neuen Zielen in 2016

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Die Reiselust der Europäer bleibt auch 2016 auf hohem NiveauI. Das zeigt der ITB World Travel Trends Report. Er prognostiziert steigende Zahlen für den europäischen Tourismus, doch Touristen gehen aufgrund von Konfliktherden auf Nummer sicher (Foto: Pixabay)
Die Reiselust der Europäer bleibt auch 2016 auf hohem NiveauI. Das zeigt der ITB World Travel Trends Report. Er prognostiziert steigende Zahlen für den europäischen Tourismus, doch Touristen gehen aufgrund von Konfliktherden auf Nummer sicher (Foto: Pixabay)

Die Reiselust der Europäer bleibt auch 2016 auf hohem NiveauI. Das zeigt der ITB World Travel Trends Report. Er prognostiziert steigende Zahlen für den europäischen Tourismus, doch Touristen gehen aufgrund von Konfliktherden auf Nummer sicher (Foto: Pixabay)
Reiselust der Europäer bleibt auch 2016 auf hohem Niveau. Der ITB World Travel Trends Report prognostiziert steigende Zahlen für den europäischen Tourismus, aber Urlauber gehen auf Nummer sicher (Foto: Pixabay)
Die Europäer werden auch 2016 ins Ausland reisen, aber bevorzugen angesichts anhaltender Konflikte und Angriffe weltweit sicherere Destinationen. Allerdings ist es noch zu früh, um die potentiellen Auswirkungen der aktuellen Flüchtlingskrise auf Auslandsreisen im kommenden Jahr abzuschätzen.

Das erklärten internationale Tourismusexperten, die kürzlich ihre Ergebnisse auf dem 23. World Travel Monitor Forum im italienischen Pisa vorstellten.

In diesem Jahr stieg die Zahl der Auslandsreisen von Europäern in den ersten acht Monaten um rund 4,5 Prozent an, wie die vorläufigen Ergebnisse des World Travel Monitor von IPK International belegen.

Das ist erneut ein erfreuliches Wachstum und setzt den Anstieg von drei Prozent im Jahr 2014 und ähnliche Wachstumsraten im niedrigen einstelligen Bereich der vergangenen Jahre fort. Insgesamt wuchsen die Auslandsreisen von Europäern von 2009 bis 2014 um 13 Prozent und erreichten im vergangenen Jahr eine Gesamtzahl von 444 Millionen Auslandsreisen.

Dennoch verzeichneten viele Destinationen dieses Jahr eine schwankende Nachfrage. Insbesondere Länder in Südeuropa, Nordafrika und dem Mittleren Osten litten darunter.

Dr. Martin Buck, Geschäftsbereichsleiter der Messe Berlin: „Viele Destinationen sahen sich dieses Jahr Problemen gegenübergestellt. Zahlreiche Reisende blieben fern, oftmals in Scharen. Europäische Reisende entscheiden sich immer öfter für sicherere Destinationen und in manchen Fällen bevorzugen sie auch den Urlaub in der Heimat, statt eine Reise ins Ausland anzutreten.“

Die Folge ist eine größere Nachfrage nach Destinationen innerhalb Europas. So ist beispielsweise die Zahl der internationalen Ankünfte in Europa von Januar bis August 2015 um fünf Prozent gewachsen. Zum Vergleich: 2014 betrug der Anstieg im gesamten Jahr lediglich 2,4 Prozent.

Damit liegt das Wachstum für dieses Jahr über den von der UNWTO prognostizierten drei bis vier Prozent. Rund 85 Prozent der internationalen Reisen von Europäern führen zu Zielen innerhalb Europas, so die aktuellen Zahlen des World Travel Monitor®.

Mit Blick auf das nächste Jahr prognostiziert IPK International einen Anstieg von 2,8 Prozent bei den Auslandsreisen von Europäern.

Das Ergebnis basiert auf dem IPK European Travel Confidence Index, der die Reiseabsichten für das nächste Jahr misst. Demzufolge schauen 70 Prozent der Europäer positiv in die Zukunft und wollen 2016 mindestens genauso viel reisen wie im Vorjahr.

Der höchste Wert wurde mit einem Plus von jeweils sechs Prozent im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie in Spanien verzeichnet, gefolgt von Polen mit einem Anstieg von vier Prozent und Deutschland mit drei Prozent.

Die Zahlen weisen auf ein gutes Wachstum für diese Quellmärkte im kommenden Jahr hin. Im Gegensatz dazu zeigen sich französische Konsumenten nur leicht optimistisch, während die Reiseabsichten für 2016 in Russland und Italien um jeweils zwei Prozent zurückgegangen sind.

Während des Forums in Pisa diskutierten Tourismusexperten auch, ob sich die aktuellen Ankünfte von Flüchtlingen auf die Reisenachfrage auswirken und was sie für europäische Destinationen bedeuten würde.

„Die Flüchtlingskrise hat bisher das Reiseverhalten nicht beeinflusst, sodass wir momentan noch abwarten müssen“, sagte Rolf Freitag, Präsident IPK International. Trotzdem könnte ein Beispiel als Warnung für die Reiseindustrie gelten: „Münchens weltbekanntes Oktoberfest verzeichnete dieses Jahr 400.000 weniger Besucher, die Tourismuseinnahmen gingen um rund 60 Millionen Euro zurück, da die Veranstaltung mit dem Höhepunkt der Flüchtlingsankünfte in der Stadt einherging“, erklärte er.

Nach Aussage der Münchner Stadtverwaltung sank die Zahl der Besucher von 6,3 Millionen 2014 auf 5,9 Millionen dieses Jahr.

Alle Ergebnisse basieren auf Vorträgen, die im Rahmen des von der ITB Berlin unterstützten World Travel Monitor Forum in Pisa stattgefunden haben. Auf Einladung des Beratungsunternehmens IPK International präsentieren hier alljährlich über 50 Tourismus-Experten und Wissenschaftler aus aller Welt die aktuellen Statistiken und stellen die neuesten Trends im internationalen Tourismus vor.

Anfang Dezember werden weitere Ergebnisse von IPK International, die Einschätzungen von 50 Tourismusexperten aus mehr als 20 Ländern sowie die Kerndaten des World Travel Monitor exklusiv im ITB World Travel Trends Report veröffentlicht.

Die Jahresendergebnisse des World Travel Monitor von IPK International inklusive aktueller Ausblicke für das Jahr 2016 werden auf dem ITB Future Day des ITB Berlin Kongresses von Rolf Freitag, Präsident IPK International, vorgestellt.

Der World Travel Monitor basiert auf bevölkerungsrepräsentativen Interviews von jährlich über 500.000 Menschen in mehr als 60 Reisemärkten weltweit und wird seit nunmehr 20 Jahren regelmäßig durchgeführt. Er gilt als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten.

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