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Smarte Daten für erfolgreiche Tourismus-Projekte

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Big Data
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Big Data
Der Wunsch nach intelligenteren Reiseerlebnissen initiiert die Entstehung neuer Technologien und Strategien bei der Verarbeitung großer Datenmengen und zeigt auf, wie Big Data erschlossen werden kann, um Reisen auf die Bedürfnisse und Vorlieben der Kunden auszurichten (Foto: DARPA, Wiki Commons)
Die intelligente Verknüpfung von Wirtschafts- und Umweltdaten mit Tourismus-Statistiken schafft jetzt erstmals eine wirklich zielsichere Entscheidungsbasis für Investitionen im Tourismus. Ermöglicht wird dies durch ein gerade gestartetes EU-Projekt an der Modul University Vienna.

Diese kombiniert ihre international anerkannte Expertise im Bereich Big Data mit ihrer langen Tradition in der Tourismusforschung. Konkret werden in dem internationalen Projekt ökonomische und ökologische Daten automatisch mit Statistiken zu Touristenströmen aus 33 Ländern verknüpft. Neben der Weltbank und der UN dient dabei eine europaweite Datenbank der Tourismusbranche als zentrale Quelle relevanter Informationen.

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Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig in der EU. Damit das so bleibt, muss investiert werden. Doch Investitionsentscheidungen im Tourismus sind komplex – globale Wirtschaftsentwicklungen, regionale Wertschöpfungsmodelle, aktuelle Nächtigungsstatistiken und Nachhaltigkeitsstrategien müssen berücksichtigt werden.

Für jeden dieser Bereiche gibt es genügend Daten, doch liegen diese oft völlig uneinheitlich vor. Zwar ist ihr Abgleich mit viel Aufwand möglich, aber Datenkomplexität und -menge werden laufend größer. Ohne Automatisierung wird es also nicht mehr gehen. Diese wird nun durch das Projekt ETIHQ an der Modul University Vienna möglich.

Verknüpftes Know-how

Dabei kann die Modul University Vienna auf ihre jahrelange Expertise in der Entwicklung von Analysetools für Big Data zurückgreifen. Tatsächlich gilt sie hier international als bestens vernetzt und neben einflussreichen US-Behörden nutzen zahlreiche europäische Universitäten in EU-Projekten ihr Know-how zu Big Data. Überdies ist die Privatuniversität führend in der Tourismusausbildung und -forschung in Österreich. Voraussetzungen, die auch die EU überzeugten und zu einer signifikanten Unterstützung von ETIHQ führten.

Kern des Projektes sind die Verknüpfung, Erweiterung und Darstellung von großen Datenmengen mit Relevanz für den Tourismus. Dr. Marta Sabou, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department für New Media Technology der MODUL University Vienna: „Investitionsentscheidungen in Tourismusregionen hängen sowohl von aktuellen Nächtigungszahlen wie auch von umweltrelevanten Auflagen und wirtschaftlichen Entwicklungen in den Herkunftsländern der Touristen ab. Solche Informationen werden wir in ETIHQ verknüpfen, schlüssig visualisieren und so prägnante Entscheidungshilfen für Tourismusmanager schaffen.“

Ein wesentliches Tool für dieses Ziel konnte die Modul University Vienna bereits vor einiger Zeit mit der sogenannten TourMIS-Datenbank aufbauen. Diese vereint wesentliche Tourismusindikatoren aus über 150 europäischen Städten in 33 Ländern.

Im Rahmen von ETIHQ – Projekt wird aus dem EU-Projekt Planet Data, einem sogennannten Network of Excellence, unterstützt – werden diese nun so aufbereitet, dass sie sich mit wirtschaftlichen und umweltrelevanten Daten verknüpfen lassen. Diese zusätzlichen Daten werden unter anderem von der Weltbank und der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen bezogen werden.

Eine Zahl und viele Bedeutungen

Doch gerade die unterschiedlichen Datenquellen stellen die größte Herausforderung dar, wie Dr. Sabou weiter erläutert: „Datenbanken unterscheiden sich z. B. in den Bedeutungen, die sie gewissen Begriffen geben. So kann Nächtigungszahl nur auf den innerstädtischen Bereich bezogen sein – oder auch das Umland mit umfassen. Zusätzlich haben Datenbanken oftmals eigenwillige Strukturen.“

Genau solche „Ungereimtheiten“ werden in ETIHQ in Angriff genommen. Als Mittel der Wahl dient dem Team (Dr. Irem Arsal und Mr. Adrian Brasoveanu) um Dr. Sabou eine als Linked Data bezeichnete Technologie, ein neuer Zweig im Forschungsbereich des sogenannten Semantischen Web.

Das Semantische Web basiert auf einer näheren Beschreibung der jeweiligen Daten. Ihnen wird quasi eine Erläuterung beigefügt, was genau sie darstellen. Linked Data wiederum beruht auf einer Serie von weltweit akzeptierten Protokollen, um strukturierte Daten zu veröffentlichen und zu verbinden.

Doch eine Zusammenführung zahlreicher komplexer Daten macht die Entscheidungsfindung nicht einfacher – ganz im Gegenteil. Darum widmet sich Dr. Sabous Team ganz besonders der intelligenten Visualisierung der verknüpften Daten.

Sabou: „Am Department für New Media Technology haben wir umfassende Technologien entwickelt, wie komplexe Daten so dargestellt werden müssen, damit Entscheidungsträger auf einen Blick das Wesentliche erfassen können. Auf diesem Know-how bauen wir auf und werden es im Rahmen von ETIHQ einsetzen.“

Einen ganz besonderen Fokus bilden dabei geografisch basierte Visualisierungen für Touristenströme in Abhängigkeit von wirtschaftlichen Daten. Auch das Einzoomen auf Daten soll möglich werden: Nationale Statistiken werden sich so in regionale oder städtische Daten aufschlüsseln lassen – oder gar in die individuellen Daten einzelner Organisationen. Dabei werden mehrere Betrachtungsfenster der Benutzeroberfläche synchron arbeiten – zoomt man in einem ein, so ändert sich der Datenbezug im anderen auch.

Insgesamt gelingt es der Modul University Vienna in ETIHQ, ihre Kompetenzen im Bereich Big Data und Tourismus in idealer Weise zu ergänzen. Damit werden neuartige Tools entwickelt werden, die einem der weltweit wichtigsten Wirtschaftszweige effiziente Entscheidungen in einer immer komplexeren Welt ermöglichen.

Background: Die Modul University Vienna, die internationale Privatuniversität der Wirtschaftskammer Wien, bietet Studienprogramme (BBA, BSc, MSc, MBA und PhD Programme) aus den Bereichen Internationale Wirtschaft und Management, Neue Medientechnologie, öffentliche Verwaltung und nachhaltige Entwicklung sowie Tourismus und Hospitality Management an.

Die Studienprogramme erfüllen strenge Akkreditierungsrichtlinien und werden aufgrund der internationalen Ausrichtung in Englisch abgehalten. Der Campus der Universität befindet sich am Kahlenberg im 19. Wiener Gemeindebezirk.

Das Forschungsprogramm des Instituts für Neue Medientechnologie beschäftigt sich mit der Auswirkung von Online-Medien und sozialen Netzwerkplattformen auf Stakeholder-Kommunikation und öffentliche Meinungsbildungsprozesse und wie mittels semantischer Technologien solche Prozesse erfasst, analysiert und visualisiert werden können.

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